Paris: La vie continue eng
Marianne, die eiserne Statue auf dem Place de la Republique reckt ihren Olivenzweig in die Höhe, zu ihren Füssen tummeln sich Menschen und Medien. Die Versammelten trauern, staunen, sind fassungslos. eng
Fluctuat nec mergitur.
Das Leben geht weiter. Paris schwankt, wird aber nicht sinken.
Marianne, die eiserne Statue auf dem Place de la Republique reckt ihren Olivenzweig in die Höhe, zu ihren Füssen tummeln sich Menschen und Medien. Die Versammelten trauern, staunen, sind fassungslos. Noch nicht ein Jahr ist es her, als wir uns alle hier versammelten, um gemeinsam zum „Place de la Nation“ zu marschieren.
Als wir bis spät in die Nacht Lieder gesungen hatten und glaubten, dass dieser Moment historisch und einmalig sei. Als wir uns alle sicher waren, Charlie zu sein. Wir fühlten uns sicher, damals so wie am Freitag, dem 13. November und auch heute. Zu unrealistisch und – obwohl es genau hier geschah, ein paar Meter weiter – zu weit weg, fühlte es sich an. Es sind nicht nur jene Kinder, die hier in der Abendsonne Fangen spielen, die nicht verstehen. Wir alle können nicht verstehen, auch so nahe am Geschehen sind wir schlichtweg unfähig zu fassen, was geschieht und geschehen ist. Wir sind noch nicht einmal fähig, richtig Angst zu haben. Zu friedlich wirkt dieses Paris, das wir so gut kennen. eng
Wir hatten uns nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo längst daran gewöhnt, dass Polizisten überall aufmerksam umhergingen. Mit ihren Schlagstöcken am Gürtel baumelnd und den Gewehren in den Armen wiegend, fühlten wir uns längst sicher, von ihnen umgeben zu werden.
Wie ist es momentan in Paris, wie fühlt es sich an?
Ich weiss nicht. Wie ist es momentan woanders? Erfahren wir nicht alle gleich viel? Und gleich schnell? Sind wir nicht alle betroffen? Haben wir nicht alle dieselben Videos gesehen und Texte gelesen? In den Medien mag das Bild der Geisterstadt durchgedrungen sein. Mir zeichnet sich ein anderes: Paris ist auf den Strassen, wie sonst auch. Die Menschen legen nur wenige Stunden nach dem Anschlag Blumen am Tatort nieder, andere verschwitzen ihre Kleider beim Joggen, wieder andere trinken ihren Sonntagskaffe, neben der Seine so wie auch im 11. Arrondissement. Die Seine spiegelt das Licht der Sonne, es ist erstaunlich warm geworden, jemand macht einen Witz, wir lachen. Es geht uns gut. Darf es das? Darf es uns hier gut gehen?
Das Leben geht weiter. Paris schwankt, wird aber nicht sinken.
Anja Glover
Eine Frau überquert mühsam hechelnd die Strasse, auf meiner Seite angekommen lächelt sie über sich selbst und erklärt mir, dass sie nicht mehr die Jüngste sei, ehe sie auf ihr Fahrrad steigt und davonradelt. Etwas weiter vorne bietet mir ein Verkäufer Rosen an, ich lehne wie immer dankend ab. Und da an der Ecke im Park stellt sich ein Vater ungeschickt beim Fussballspielen mit seinen Kindern an. La vie continue. Fluctuat nec mergitur. Das Leben geht weiter. Paris schwankt, wird aber nicht sinken. Wir dürfen wieder lächeln, wahrscheinlich sollen wir auch.
„Das Leben geht weiter. Paris schwankt, wird aber nicht sinken.“
Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts, Rafgenduks oder Handgloves, um Schriften zu testen. Manchmal Sätze, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten – man nennt diese Sätze »Pangrams«.
Wie ist es momentan in Paris, wie fühlt es sich an?
Ich weiss nicht. Wie ist es momentan woanders? Erfahren wir nicht alle gleich viel? Und gleich schnell? Sind wir nicht alle betroffen? Haben wir nicht alle dieselben Videos gesehen und Texte gelesen?
„Das Leben geht weiter. Paris schwankt, wird aber nicht sinken.“
Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts, Rafgenduks oder Handgloves, um Schriften zu testen. Manchmal Sätze, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten – man nennt diese Sätze »Pangrams«. Sehr bekannt ist dieser:
The quick brown fox jumps over the lazy old dog. Oft werden in Typoblindtexte auch fremdsprachige Satzteile eingebaut (AVAIL® and Wefox™ are testing aussi la Kerning), um die Wirkung in anderen Sprachen zu testen. In Lateinisch sieht zum Beispiel fast jede Schrift gut aus. Quod erat demonstrandum. Seit 1975 fehlen in den meisten Testtexten die Zahlen, weswegen nach TypoGb. 204 § ab
Der Text wurde am Montag 16. November 2015 auf zentralplus.ch veröffentlicht (Zum Text), am Dienstag 17. November 2015 im Willisauer Boten abgedruckt und am Montag 22. November 2015 durch Junge Journalisten Schweiz veröffentlicht (Zum Text).
